Winterreifen-Kennzeichnung (Alpin-Symbol): Pflicht ab 2018

Ab dem 01. Januar 2018 müssen Winterreifen mit dem so genannten Schneeflocken-Symbol versehen sein. Das Piktogramm ist damit Pflicht für alle Pneus mit Wintertauglichkeit, damit sie auch tatsächlich als Winterreifen gelten. Die Neuregelung ist entsprechend im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden und gilt ab dem 01. Juni 2017. Für Reifen, die bis zum 31. Dezember 2017 produziert werden und lediglich über das M+S-Symbol verfügen, gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2024.

Die meisten Reifen-Hersteller – insbesondere Hersteller aus dem Premium-Segment wie auf www.reifen2go.de/winterreifen/ – nutzen das Schneeflocken-Symbol bereits heute. Abseits davon sind auch zahlreiche Ganzjahres-Reifen bzw. Allwetter-Reifen mit der Schneeflocke ausgestattet. Unter dem Schneeflocken-Symbol versteht man ein Piktogramm, das erst dann für einen Reifen vergeben wird, wenn der Pneu im Vergleich mit einem Referenz-Reifen eine entsprechende Leistungsfähigkeit auf winterlichen Straßenverhältnissen aufweist. Das Schneeflocken-Piktogramm ist auch als 3PMSF-Symbol bekannt, was soviel wie „3 Peak Mountain Snow Flake“ bedeutet.

Unterschied M+S-Symbol und Schneeflocken-Symbol

Goodyear-Winterreifen. Foto: bmc.goodyear.eu

Bereits seit längerer Zeit werden Winterreifen als auch vereinzelte Allwetterreifen mit der M+S-Kennzeichnung versehen. Das Problem: Das M+S-Symbol gibt lediglich Auskunft über eine bessere Traktion bei Schnee und Eis. Eine nachprüfbare oder verbindliche Mindestanforderung an den Reifen verspricht das M+S-Symbol hingegen nicht. Das Schneeflocken-Symbol (3PMSF) – auch Alpin-Symbol genannt – gibt jedoch Auskunft über eine spezifische Testprozedur, die der Reifen im Rahmen seiner Reifenlabel-Zertifizierung zu überstehen hat. Damit erfüllen alle Reifen mit dem Schneeflocken-Symbol verschiedene Mindestanforderungen an einen guten Winterreifen. Speziell setzt sich die Testprozedur unter anderem aus dem Einsatz auf schneebedeckter Straße zusammen. Dabei wird die Traktion des Reifens im Vergleich zu einem Standardreifen gemessen. Im Vergleich zum Referenz-Reifen muss der getestete Reifen beim Traktionstest um mindestens 25 Prozent besser abschneiden. Ist das nicht der Fall, wird der Reifen nicht für das Alpin-Reifen-Symbol zertifiziert.

Was ist Pflicht – M+S oder Schneeflocken-Symbol?

Viele europäische Länder schreiben Winterreifen zu saisonalen oder situativen Zeiten vor. Auch in Deutschland gibt es eine situative Winterreifen-Pflicht. Somit muss ein Kraftfahrzeug – beispielsweise ein herkömmlicher PKW – bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis oder Schneematsch mit solchen Reifen ausgerüstet sein, die auch so konzipiert sind, dass sie bei den jeweiligen Straßenverhältnissen auch entsprechende Fahrleistungen bieten können. Ein Winterreifen wird dabei entweder durch die M+S-Kennzeichnung oder alternativ durch das Schneeflocken-Symbol ausgewiesen. Dennoch ist Vorsicht geboten: Insbesondere chinesische als auch amerikanische Billig-Reifen-Hersteller können das „Three-Peak-Mountain-Snowflake“-Zeichen unter Umständen fälschen, so dass gar keine hinreichenden Fahreigenschaften im Winter gewährleistet sein können.

Höheres Bußgeld für unzulässige Bereifung

Zugleich gilt ab dem 01. Juni 2017 ein höheres Bußgeld für das Fahren mit unzulässiger Bereifung (weiteres dazu hier) bei entsprechend winterlichen Straßenbedingungen. Wer mit falschen Reifen bei Schnee, Schneeglätte, Glatteis sowie Schneematsch und Eis- oder Reifglätte unterwegs ist und gegen § 2 Abs. 3a StVO verstößt, muss nunmehr mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie einem Punkt im Fahreignungsregister rechnen. Zugleich wird jedoch nicht nur der Fahrzeugführer, sondern auch der Fahrzeughalter bestraft: er hat sogar mit einem Bußgeld in Höhe von 75 Euro sowie einen Punkt in Flensburg zu rechnen. Kommt es durch die falsche Bereifung zu einer Behinderung des Verkehrs, droht sogar ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro. Wer andere durch die falsche Bereifung gefährdet, muss sogar 100 Euro blechen.